SAILER STEINBACHER ZIEGLER

von 25.09.2008 bis 30.10.2008

Die Ausstellung in der Galerie Fotohof vereint drei unterschiedliche künstlerische Positionen aus Tirol.

Mit der Arbeit Ladiz-Alpen thematisiert Gregor Sailer ein brisantes Thema aus dem alpinen Hochgebirge seines Heimatlandes. Hochgebirgsarchitektur, bzw. architektonische Elemente, erscheinen auf den zweiten Blick völlig fremd und sinnentleert. Bewusst hat Sailer auf bekannte, symbolträchtige Architektur verzichtet, um Motive austauschbar, nicht zuordenbar, zu halten. Es sind Anlagen, wie sie überall in den Alpen vorkommen mit dem Zweck der Abfertigung und des Transports von Menschenmassen. Beherbergt werden diese Massen in abartig mutierten Bergdörfern. Massive, an eine künstlich erschaffene Welt erinnernde Eingriffe, wie die riesigen Vliesabdeckungen der Gletscher, zeigen den enormen Aufwand, der betrieben wird, den Hochgebirgstourismus und den ihn antreibenden Alpen-Mythos aufrechtzuerhalten.

Im Gegensatz zum kritischen Blick Sailers, zeigt der Maler Michael Ziegler, der seit vielen Jahren fotografische Tagebuchaufzeichnungen führt, eine Auswahl von 40 kleinformatigen Arbeiten, die geprägt von exakten Beobachtungen, seinen eigenen atmosphärischen Welt-Mikrokosmos zum Thema haben. Peter Weiermair vergleicht Ziegler mit einem Flaneur, den eine ständig aufnahmebereite Sensibilität und Empfindsamkeit für Details auszeichnet. Der Künstler „sieht jedoch auch mit den Augen des bildenden Künstlers, der den Bilderschatz der alten Malerei kennt. …Er ist als unbeteiligter Beobachter in gleicher Weise an Dach deckenden Arbeitern wie an einem nächtlichen Feuer …interessiert. … Ziegler ist ein Intimist. Dies betrifft nicht nur die Inhalte seiner Bilder, sondern auch ihre Form, die Postkartengröße selten übersteigt.“ (Peter Weiermair)

David Steinbachers Serie „Meerbergewolken“, die er seit 2006 konsequent verfolgt, beschäftigt sich mit der Linie des Horizontes als einer fotografischen Herausforderung. Die 40x40 cm großen S/W Aufnahmen der exakt mittig gesetzten Horizontlinie führen den Betrachter zu einem Sehnsuchtsort, den jeder sieht und sucht und doch niemals erreicht. Steinbacher lenkt den Blick auf einen Punkt in weiter Ferne, schärft unser Auge für diesen Blick (Ausschnitt) und lässt dabei die eigentlichen Dimensionen im Unklaren. Nähe und Ferne sind in ihrer Ausdehnung nicht mehr feststellbar, kehren sich um. Das Auge der Kamera führt uns zwar an den äußersten Punkt der Grenzenlosigkeit, die gewählte Zentral-Perspektive grenzt aber unsere Wahrnehmung stark ein. Schon beim Festhalten mit der Kamera gehört dieser Moment der Vergangenheit an.

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