FACE TO FACE 6

Eröffnung: Tuesday, Sep. 17, 2002, 7 pm
Von 17.09.2002 bis 31.10.2002
Öffnungszeiten: Mo-Fr 3pm-7pm, Sa 10 am-1 pm

Out of: "Lang leven/ Long Life", 1998
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Rince de Jong

„Der Versuch, andere dazu zu bewegen, vor der Kamera ihre ‚natürliche’ Haltung zu bewahren, erzeugt Verlegenheit: man kann in diesem Fall nichts anderes erwarten als eine fingierte Natürlichkeit, mit anderen Worten: einen theatralischen Ausdruck.“ Dieser Vorgang des Posierens und der theatralischen Inszenierung prägte die klassische die Porträtfotografie von Beginn an, umgangen wird er gewöhnlich lediglich von der Schnappschussfotografie. Eine besondere Qualität der Arbeiten Rince de Jongs liegt aber gerade darin, dass es sich weder um Schnappschüsse handelt, noch um theatralische Inszenierungen. An ihren Modellen, Alzheimer-Patienten in einem Pflegeheim, schätzte sie vor allem die Tatsache, dass sie sich aufnehmen ließen, ohne zu posieren oder sich in Szene zu setzen. Aus dem unbewussten Verzicht auf Selbstdarstellung entstanden unmittelbare, authentische Bildformulierungen. Denn auch wenn der Großteil der Aufnahmen bewusst geplante, aufwändige Inszenierungen vermuten lässt, sind die meisten Fotografien tatsächlich aus alltäglichen Situationen heraus entstanden und wurden von Rince de Jong nur geringfügig manipuliert. Eine der wesentlichsten Voraussetzungen ihrer Arbeit besteht für Rince de Jong jedoch in der unmittelbaren Beziehung, die sie zu den Porträtierten und zu deren Lebensalltag und -umgebung aufbaut. Acht Jahre lang arbeitete sie bereits als Betreuerin in dem Heim, bevor die ersten Fotos entstanden. Eine Reihe sehr sensibler Aufnahmen folgten, meist handelt es sich um Gruppenporträts, die alltägliche und besondere Aktivitäten der Heimbewohner dokumentieren. Jeglicher Beigeschmack des Voyeurismus, des Pathos oder der Dramatisierung ist durch die selbstverständliche Unmittelbarkeit der Beziehung zwischen der Fotografin und den Porträtierten ebenso ausgeschlossen wie mitleiderregende Konnotationen. Wenngleich manche der Fotografien dem Betrachter durchaus ein Schmunzeln entlocken, bleibt die Würde der Abgebildeten unangetastet. Die Überwindung von Distanz und das Gewinnen von Vertrauen und Nähe zu den Porträtierten ist neben Rince de Jong auch für Mette Tronvoll, Bernhard Fuchs und Clement Cooper von elementarer Bedeutung für die fotografische Arbeit. Seit zwei Jahren arbeitet Rince de Jong in einem Teilzeitjob als Betreuerin von Kleinkindern, denen sie ihre nächste Fotoserie widmen wird.



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