FACE TO FACE 5

Eröffnung: Tuesday, Sep. 17, 2002, 7 pm
Von 17.09.2002 bis 31.10.2002
Öffnungszeiten: Mo-Fr 3pm-7pm, Sa 10 am-1 pm

Junge am Scheunentor, Helfenberg, 1998
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Bernhard Fuchs

In Ganzkörper- oder Dreiviertelporträts nimmt Bernhard Fuchs Porträts von Menschen in ihrer unmittelbaren Lebensumgebung auf. Die Aufnahmen sind behutsam und harmonisch komponiert, wirken aber gleichzeitig natürlich und nicht inszeniert. 1993 begann Bernhard Fuchs bei Bernd und Hilla Becher an der Kunstakademie in Düsseldorf Fotografie zu studieren. Erst die damit verbundene geografische Veränderung ließ ihn den Blick zurückwerfen auf die Bewohner seine Mühlviertler Herkunft, ein Blick, der sehr sensible Porträts entstehen ließ und mit einer Neubestimmung der eigenen Identität einherging. Als besonderes Merkmal fällt in der Haltung und im direkten, offenen Blick gerade der Porträtierten aus dem ländlichen Umfeld ein selbstverständliches Sich-ihrer-selbst-Bewusstsein auf, eine möglicherweise nie bewusst reflektierte Gewissheit über die eigene Identität. Bernhard Fuchs will auf möglichst einfache Weise vieles von dem Wesen des Porträtierten und auch von sich selbst zeigen. Indem er in den Fotografien gleichzeitig auch seine eigene Herkunft thematisiert, also einen authentischen Zugang verfolgt, vermeidet er einen voyeuristischen, konstruierten Blick auf das „Andere“, in diesem Fall die ländliche Bevölkerung. Gängige Klischees und tradierte Vorstellungen vom „Landleben“ und Heimatbegriff werden in den nüchternen Fotografien hinterfragt und der Blick auf das Individuum, auf das Charakteristische an der einzelnen porträtierten Person gelenkt. Seine Arbeit oszilliert zwischen der Darstellung von sozialer Gruppenzugehörigkeit und der Fokussierung der Individualität des Einzelnen. Der Wechsel von der Schwarzweiß- zur Farbfotografie bedeutete für Bernhard Fuchs eine Befreiung von der ausschließlichen, existenziellen Konzentration auf das Abbild des Menschen hin zu einer vermehrten Einbeziehung seiner Umgebung. Dementsprechend sind die Menschen in ihrer natürlichen Umgebung, in ihren Häusern, bei der Arbeit oder auf der Straße aufgenommen, was die Selbstverständlichkeit ihres Auftretens unterstützt. Obwohl der Hintergrund bewusst reduziert ist - oft stehen die Personen lediglich vor einer einfachen Hauswand -, lässt er atmosphärische Rückschlüsse auf die weitere Umgebung zu. Fuchs’ Großstadtporträts haben eine gewisse Nähe zu den Arbeiten von Anett Stuth, die in der Serie ortlos ebenfalls von Sachlichkeit geprägte Porträts von durchschnittlichen Menschen aufnimmt. Dennoch ist der Zugang, die Beziehung zum fotografischen Gegenüber bei Bernhard Fuchs von mehr Unmittelbarkeit und Vertrautheit bestimmt. Stuth wählte ihre Modelle für die Nacktporträts per Zeitungsinserat aus, die Menschen in ortlos waren Unbekannte, die sie auf der Straße ansprach. Bei Fuchs dagegen handelt es sich bei den Porträtierten um Menschen aus seinem unmittelbaren Lebensumfeld.



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